Kundalini Energie oder Shakti Energie
Sanskrit: kundala "gerollt, gewunden" Diese spirituelle, kosmische Kraft ruht normalerweise aufgerollt am unteren Ende der Wirbelsäule eines jeden Menschen. Man nennt die Kundalini Energie auch Schlangenkraft oder Shakti. Wird sie erweckt, steigt sie durch die verschiedenen Chakras auf, wodurch es zu spirituellen Erkenntnissen und Visionen kommen kann. Die Chakren und die Kundalini gehört nicht zu dem grobstofflichen Körper sondern zu dem Feinstofflichen. Blut ist der Kreislauf des physiologischen Körpers und Kundalini ist der Kreislauf des ätherischen Körpers und deshalb unwillkürlich (nicht unserem Willen unterlegen).
Der Sinn des Erweckens dieser Energie besteht darin, die Kundalini einen Kanal (Sushumna) hinaufzutreiben, der vom unteren Ende der Wirbelsäule bis zum Gehirn führt. Die Kundalini-Yogis glauben, dass Selbstverwirklichung zustande kommt, wenn diese Kraft das Scheitelchakra (Sahasrara) erreicht.
Es liegt aber auch eine Gefahr in der aufsteigenden Kundalini Energie. Es benötigt eine gute Vorbereitung und einen inneren Reinigungsprozess. Ist dies nicht der Fall, kann geistige Verwirrtheit auftreten. Das einfachste Beispiel für spontanes Erwachen sind Fieberschübe, bei denen im Innern, entlang der Wirbelsäule große Wärme spürbar wird. All dies können Hinweise sein auf ein erwecken der Kundalini, die auf Hindernisse stösst und deshalb diese Arten von Entgiftung auslöst. Die Kundalini selbst bereitet keine Schmerzen, man fühlt sie nur wenn der Kanal nicht ganz frei ist. Wer die Kundalini stark spürt ist in Wirklichkeit blockiert. Man kann Energie nicht direkt fühlen, nur bei Wiederstand. Die Grösse des Wiederstandes, bestimmt die Stärke der spürbaren Energie.
Der heftige Energiefluss der Kundalini kann Auswirkungen haben wie Hitzewallungen, Zuckungen, plötzliche Nickbewegungen des Kopfes, Stechen oder Taubheitsgefühle, ekstatische Glückseligkeit, plötzliche Lautesäusserungen wie Lachen oder Weinen.
Im Ayurveda hat sie einen Bezug zu der höhere weibliche Energie (Shakti) in uns, die nach Göttlichkeit strebt. Kundalini ist auch die erhöhte Energie des Tejas (feinstoffliche Essenz von Pitta), das zentrale innere Feuer, Ursache für alle inneren Wandlungsprozesse. Steigt die Energie hoch, beschleunigt sich die spirituelle Entwicklung.
"Kundalini Energie ist nur ein andere Name für Atman oder das Selbst. Es gibt nur eine Kraft.
Die Yogis legen den grössten Wert darauf, die Kundalini zum Sahasrara Chakra aufsteigen zu lassen, dem Scheitelzentrum. Sie berufen sich auf die Schriften, die sagen, dass der Lebensstrom (Prana) durch die Fontanelle in den Körper eintritt. Da ihrer Meinung nach die Trennung (Viyoga) auf diese Weise eingetreten ist, meinen sie, man müsste die Vereinigung (Yoga) durch die Umkehrung dieses Vorgangs herbeiführen.
Sie sagen deshalb, dass man durch Yoga-Übungen die Pranas sammeln und in die Fontanelle schicken muss, um die Vereinigung zu erreichen. In Wirklichkeit ist der Körper im Geist, der seinen Sitz im Gehirn hat. Dieses Gehirn funktioniert durch Licht und die Quelle dieses Lichtes ist das Herz, das Selbst.
Die Sushumna (Kanal durch welche die Kundalini fliesst) beginnt im untersten Chakra, steigt durch die Wirbelsäule bis zum Gehirn auf, kehrt dann um und endet im Herzen. Wenn der Yogi sich aber nur auf das Sahasrara Chakra konzentriert, werden die latenten Neigungen (Vasanas) nicht zerstört. Der Yogi ist dann noch nicht von den Bindungen befreit.
Nur vom Standpunkt der Trennung von Körper und Selbst, können diese Anstrengungen der Vereinigung durch Yogaübungen und damit verbundene aufsteigen der Kundalini vorgeschlagen werden."
(Ramana Maharshi)
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